
Wer mit einem Flugzeug über die niederländischen Watteninseln fliegt, wird staunen. Vlieland ist anders.
Während sich bei den übrigen Inseln das angrenzende Sandriff, das wichtigste Dorf und der Hafendamm auf der Westseite und das ausgedehnte Ödland auf der östlichen Seite befinden, ist das bei Vlieland genau umgekehrt. Das Sandriff de Richel und das Dorf liegen im Osten, das Naturgebiet -grosse Flächen Ödlandes und ein schmaler Dünenstreifen- liegt in der Mitte und im Westen der Insel. Der Sandvorrat auf dem Vliehors und die überwiegenden Westwinde sorgen für das Entstehen der höchsten Düne aller Watteninseln: die 40 Meter hohe Vuurboetsduin, mit dem Leuchtturm mitten auf der Düne.
Im Windschatten dieser Düne liegt das Dorf Oost-Vlieland, wovon die ältesten Angaben aus dem Jahr 1245 datieren. Vom letzten Viertel des 16. Jahrhunderts an erlebte das Dorf eine Blütezeit, die bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts anhielt. Es zog großen Nutzen aus seiner günstigen Lage an einer windgeschützten Reede, die durch den zunehmenden Schifffahrtsverkehr zu den Kolonien der Republik stets intensiever benützt wurde. Das Dorf liegt im Schutz eines Deiches und ist von Wald und Dünen umgeben. Im Dorf befinden sich eine Anzahl denkmalgeschützter Gebäude, wodurch das Dorf das Ambiente vergangener Jahrhunderte atmet. Die Geschäfte, Terassen und Ausgangsgelegenheiten sorgen jedoch für ein lebendiges Treiben auf den Straßen.